Vom Bad´ner Land zum Nordsee-Strand

 

…unter diesem Motto trieb es am frühen Morgen des 24. Juli ´08 44 Musiker des Großen Blasorchesters nebst Fan-Club in zwei Reisebussen auf den Weg in den Norden.

Maßgeblich organisiert durch unser Mitglied Rolf Kuppinger, hatte sich das Orchester nach langer Abstinenz wieder zu einer Konzertreise diesmal in die Watt-Metropole Cuxhaven entschlossen. Nach einer größtenteils reibungsfreien Fahrt erreichte der Tross aus Wolfartsweier bei strahlendem Sonnenschein das Ziel „Duhnen“, einen touristischen Ortsteil von Cuxhaven, und beendete – für den optimistischen Badener wenig überraschend – eine mehrwöchige Schlechtwetterperiode vor Ort. Das hochsommerliche Wetter hielt dann auch die fast fünf Tage an.

Nach einem ersten Blick aufs Watt und die heranrollende Flut, einem gemeinsamen Abendessen und einigen regenerativen Abendstunden in der soeben entdeckten Strand- oder Hotelbar endete dann auch Tag eins der Tour. Die Mitgereisten verteilten sich je nach Vorliebe auf zwei Hotels, eine Jugendherberge und einem Campingplatz.

Am darauf folgenden Tag starteten die Musiker gegen 14:00 Uhr zur Probe in die Cuxhavener Kugelbake-Halle, in der abends auch das gemeinsame Konzert des Großen Blasorchesters mit dem Seemanns-Chor „Elbe 1“ stattfinden sollte. Die übrigen Mitgereisten vertrieben sich die Zeit am Strand, in den zahlreichen Eiscafes oder der bemerkenswert flachen Umgebung. Am Freitagabend begrüßte dann Bürgermeister Bernd Luetgebrune das heimische wie auch das weitgereiste Publikum in der gut besetzten Kugelbake-Halle.

Während sich der Seemanns-Chor durch seine Konzerte im Raum Cuxhaven bereits einen Namen gemacht hatte, war unser Musikverein vielen Zuhörern noch weitgehend unbekannt. Doch das sollte sich im Laufe des Abends ändern. Das Große Blasorchester eröffnete das Konzert unter der Leitung von Gerhard Münchgesang. Dr. Helmut Voß führte in gewohnter Weise durch das Programm des MVE. Dazwischen gab er auch immer wieder Informationen zu unserem Verein und auch etwas Heimatkunde durfte nicht fehlen, um den norddeutschen Zuhörern das Bad´ner Land etwas näher zu bringen.

Im ersten Konzertteil hörten die Besucher – wie von uns gewohnt – klassische Werke Im Anschluss daran formierte sich der Seemanns-Chor auf die Bühne. Chorleiter Kurt Kniesche räumte ein, dass eine Aufführung mit einem Symphonischen Blasorchester ein Musikgefühl der besonderen Art sei. Die 24 Mitglieder von „Elbe 1“ brachten mit Melodien von Luv und Lee dem Publikum die Lieder der Fahrensleute nahe. Mit einer gemeinsamen Gesangs- und Schunkelrunde zu „Sierra Madre del Sur“ endete der erste Teil des Programms.

 

Nach der Pause eröffnete der Seemanns-Chor mit seinen Shanty-Liedern den zweiten Teil des Konzerts. Der Musikverein führte das Programm mit modernen Rhythmen fort. Mit dem schwungvollen „Florentiner Marsch“ endete das offizielle Programm der „länderübergreifenden“ Veranstaltung.

Sänger, Musiker und Mitgereiste trafen sich jedoch nach dem Konzert noch zu einem gemeinschaftlichen Abschluss des Konzerts und auch hier war noch das ein oder andere gemeinsam geschmetterte Lied zu hören.

Den Samstag nutzten viele für eine Fahrt nach Helgoland. Entgegen vorheriger Spekulationen behielt auf den insgesamt 5 Stunden Schifffahrt jeder alles Wesentliche bei sich und die gut konditionierten Badener mussten von den installierten Spuckbecken (!) keinen Gebrauch machen.

 

Andere verbrachten den Tag mit Strandaufenthalten oder ausgedehnten Fahrradtouren.

 

Der Sonntag stand dann vielfach im Zeichen des Watts. Teils wurde der Naturpark auf stundenlangen Fußmärschen erkundet, teils befuhr man das Watt auf einer 13 Kilometer langen Route zur Insel Neuwerk mit Pferdekutschen.

Am 28. Juli ging es dann nach ausgedehntem Frühstück und ausreichend Proviant eingedeckt auf die ca. 700km lange Heimfahrt. Müde, aber mit zahlreichen, schönen Erinnerungen an ein paar interessante Urlaubstage und ein gelungenes Konzert erreichte die MVE-Abordnung gegen 21:00 Uhr den Heimathafen und resümierte, dass Wolfartsweier mal wieder in weite Ferne durchweg glorreich repräsentiert wurde – wenn auch kaum ein Friese unseren einzigartigen Ortsnamen auf Anhieb fehlerfrei zu Gehör bringen konnte. mb/dk